Auf ein Glas mit...Gabriel Galliker-Etter
Etter – ein Name, der seit Jahrzehnten für Qualität steht. Hochwertige Fruchtbrände und -Liköre aus der Schweiz , dessen Geschichte sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Das Traditionshaus aus Zug wird gerade von der 4. Generation um Eveline und Gabriel Galliker-Etter geführt, die 5. Generation steht bereits in den Startlöchern. Wir haben uns mit Gabriel Galliker-Etter auf ein Glas Obstbrand getroffen und mit ihm über seine Philosophie und persönlichen Antrieb gesprochen.
Wann ist Dir klar geworden, dass Du Brenner werden willst und bei Etter einsteigen möchtest?
Ganz unverhofft ergab sich mein Weg. Meine Eltern führten in unserem Heimatdorf ein Lebensmittelgeschäft, in dem sie mit großer Leidenschaft Etter-Fruchtbrände verkauften. Vor rund 34 Jahren kam ich so auf die Idee, meine kaufmännische Ausbildung bei der Destillerie zu absolvieren. Dort wurde meine Begeisterung entfacht, und ich konnte mein Hobby – edle Brände und feine Weine – zum Beruf machen. Schon immer habe ich es geschätzt, etwas „Handfestes“ zu tun. Die Freude am Kundenkontakt und am Verkaufen habe ich zudem von meinen Eltern mit auf den Weg bekommen, die ich in ihrem Geschäft hautnah miterleben durfte.
Wie würdest Du die Philosophie von Etter beschreiben?
Unser Feuer brennt seit über 150 Jahren! Bei wenigen Unternehmen ist Qualität so eng mit dem Namen verbunden wie bei Etter. Seit Gründung unseres Familien-Unternehmens im Jahre 1870 beherrscht dieser Anspruch unser gesamtes Tun und Wirken. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche. Wir stecken viel Liebe und Leidenschaft in die Details. Und ebenso viel Begeisterung und Sorgfalt in die Herstellung und Reifung unserer Fruchtbrände. Erst wenn alle Ansprüche erfüllt und alle Qualitätskontrollen in der hauseigenen Manufaktur durchlaufen sind, erhält das Produkt seinen Gütesiegel. Schlicht und einfach einen Namen: Etter. „Unsere Qualität ist unsere Zukunft“!
Was machen Eure Brände aus?
Unsere Fruchtbrände entstehen mit grosser Hingabe. Durch sorgfältige Destillation und geduldiges Reifen zur Vollkommenheit entwickeln sie sich zu einem harmonischen Ganzen.
Welcher ist Dein persönlicher Lieblingsbrand von Etter und warum?
Je nach Stimmung genieße ich all unsere Brände mit großer Freude. Insgeheim schlägt mein Herz jedoch für den Kirsch, denn ich weiß genau, wie komplex und filigran seine Herstellung ist – von der reifen Kirsche bis zum vollendeten Destillat. Zudem ist die geschmackliche Vielfalt bei keiner anderen Frucht so groß wie beim Kirsch.
Welche Personen haben Dich in Deinem Leben bisher am meisten beeinflusst?
Mein Vater hat mir seine positive Lebenshaltung und sein Verkaufstalent sozusagen in die Wiege gelegt. Von meinem Schwiegervater durfte ich seit meiner Ausbildung viel über die Kunst der Destillation sowie über das Leben und den Genuss lernen. Den wertvollen Austausch mit beiden Persönlichkeiten schätze ich bis heute sehr.
Wie hat sich aus Deiner Sicht das Konsumverhalten verändert und wie reagiert Ihr darauf?
Wie geht Ihr mit dem Trend Alkoholfrei um?
Qualität statt Quantität – damit liegen wir voll im Trend. Zwar wird insgesamt weniger Alkohol konsumiert, doch Genießer schätzen unsere Fruchtbrände nach wie vor sehr. Wir stehen für maßvollen Genuss, nicht für den bloßen Konsum von Alkohol. Ein gutes Glas Wein oder ein edler Digestif entfaltet seinen Zauber am schönsten in einer unterhaltsamen Runde mit lieben Menschen. Gerade heute sollte der soziale Austausch wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen. Daran sollten wir bewusst festhalten, denn Einsamkeit macht krank.
Was ist Deine größte Passion neben der Brennerei?
Ich verbinde meinen Beruf gern mit meinen Hobbys, denn ich liebe Genuss in vielen Facetten: Feines Essen in Kombination mit edlen Tropfen bereitet mir große Freude. Ebenso genieß ich die Zeit mit meiner Frau und unseren drei lebhaften, bald erwachsenen Söhnen. Beim Joggen lasse ich meinen Gedanken freien Lauf und tanke neue Energie. Darüber hinaus schätze ich die vielen bereichernden Begegnungen, die sich durch mein vielfältiges Engagement in verschiedenen Vereinen und Aktivitäten ergeben. Das alles ist purer Lebens-Genuss!
Was wäre aus Dir geworden, wenn Du nicht Brenner geworden wärst?
Darüber habe ich mir bislang kaum Gedanken gemacht, denn das „Geheimnis der Fruchtbrände“ hat mich schon vor langer Zeit in seinen Bann gezogen.
Mit wem würdest Du gerne mal ein Glas Fruchtbrand (oder Wein) trinken und warum?
Ich hatte nie ein richtiges Idol. Aber vielleicht mit Roger Federer. Er wirkt sympathisch und scheint ein äußerst interessanter Mensch zu sein, der sicher viel zu erzählen hätte.
Wie lautet Dein Lebensmotto?
Es gibt auch ein Leben vor dem Tod. Also – genießen wir es in vollen Zügen!