Der Jahrgang 2025 in Bordeaux wird als ein Jahr der extremen Konzentration und Präzision in die Geschichte eingehen. Er vereint die Reife und Struktur der legendären „Fünfer-Jahre“ (wie 1945, 1955, 1975, 1985, 1995, 2005 oder 2015) mit einer modernen Reinheit und Frische. Während die Qualität als außergewöhnlich eingestuft wird, markiert die Erntemenge einen dramatischen Tiefpunkt: Mit einer geschätzten Produktion von nur etwa 290 Millionen Litern ist 2025 (genau wie 2024) die kleinste Ernte seit 1991.
Expertenstimmen sind sich einig – der Jahrgang 2025 hat außergewöhnliches Potenzial:
Colin Hay (The Drinks Business) betont die historische Dimension:
„Bordeaux 2025 ist ein weiterer rekordverdächtiger Jahrgang. [...] Aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger wird er wahrscheinlich als ein außergewöhnlicher Jahrgang angesehen werden“.
Grégoire Bucaille (Château Haut-Brion) beschreibt die Arbeit im Weinberg:
„Die Natur hat 99 % der Arbeit erledigt. [...] Dies war eine viel weniger arbeitsintensive Saison als die letzten beiden.“
Pierre Graffeuille (Château Montrose) zur Bedeutung der Niederschläge:
„Ohne den Regen hätte der Jahrgang sehr extrem sein können, mit einer Balance, die nicht typisch für Bordeaux ist“.
Klimatischer Rückblick 2025
Früher Start und minimaler Krankheitsdruck
Die Saison 2025 war ein Jahr, in dem alles früher passierte. Ein milder Winter führte zu einem historisch frühen Austrieb um den 25. März – der früheste Start seit 1989. Die Blüte verlief Mitte Mai unter idealen Bedingungen bemerkenswert schnell und gleichmäßig, was die Basis für eine hohe Traubenqualität legte.
Dank der trockenen Bedingungen war der Krankheitsdruck minimal; Mehltau, der die Vorjahre geplagt hatte, spielte kaum eine Rolle. Die Kombination aus einer geringeren Anzahl von Trieben (eine Spätfolge des schwierigen Jahres 2024) und der sommerlichen Trockenheit führte jedoch zu extrem kleinen, dickschaligen Beeren mit einem sehr hohen Verhältnis von Schalen zu Saft.
Ein heißer Sommer mit kühlen Nächten
Das Jahr 2025 war von Beginn an durch Trockenheit und Hitze geprägt. Die Durchschnittstemperatur während der Vegetationsperiode (April bis September) lag mit 20,2 °C deutlich über dem 10-Jahres-Mittel. Besonders im Juni, Juli und August kam es zu intensiven Hitzewellen mit Spitzenwerten von bis zu 45,9 °C in Pessac-Léognan. In Bordeaux-Mérignac wurden mehr Tage über 35 °C registriert als in fast jedem anderen Jahr dieses Jahrhunderts.
Entscheidend für die Qualität war jedoch die hohe Tag-Nacht-Amplitude: Die Nächte blieben vergleichsweise kühl, was die Säure und die aromatische Frische in den Trauben bewahrte und verhinderte, dass die Weine zu scher oder gar üppig wirken. Ein rettender Regen Ende August (bis zu 100 mm in Teilen des Médoc) löste den Trockenstress der Reben genau zum richtigen Zeitpunkt auf und ermöglichte eine harmonische Endreife.
Die Ernte - Rekordverdächtig früh
Die Lese 2025 war eine der frühesten in der Geschichte von Bordeaux.
• Weißweine: Die Ernte begann bereits ab dem 14. August (z. B. bei Haut-Brion), um die lebhafte Säure und Frische zu behalten.
• Merlot: Die ersten Trauben wurden bereits Ende August eingebracht (z. B. Troplong Mondot am 28. August), viele andere folgten in der ersten Septemberwoche.
• Cabernet Sauvignon: Die Lese begann verbreitet Mitte September.
• Sauternes: Hier ermöglichte der Regen Ende August eine frühe Entwicklung der Botrytis, sodass die Lese Ende September unter idealen Bedingungen starten konnte.
Weißweine:
Sie sind gehaltvoll und aromatisch komplex und zeigen trotz der warmen Bedingungen eine verblüffende Frische und Balance.
Rotweine:
Sie zeichnen sich durch eine enorme Farbtiefe und rekordverdächtige Tanninwerte (IPT) aus. Trotz der Hitze bleiben die Alkoholwerte mit meist 12,5 % bis 13,5 % moderat, was den Weinen eine strahlende Energie verleiht.
Süßweine:
In Sauternes und Barsac entstanden Weine von großer Reinheit und Präzision, die mehr durch Eleganz als durch opulente Süße bestechen.
Fazit:
2025 ist ein Jahrgang für Sammler (und alle, die es noch werden wollen), der trotz (oder gerade wegen) der extrem geringen Erträge
Weine von monumentaler Struktur und brillanter Klarheit hervorgebracht hat.
Bleiben Sie informiert und melden Sie sich hier für unseren Subskriptions‑Newsletter an:
Was ist Subskription?
Beim Kauf auf Subskription erwerben Sie einen Wein bereits vor der Abfüllung und erhalten ihn zu einem späteren Zeitpunkt geliefert. Dieses bewährte Modell ermöglicht den Zugang zu streng limitierten Spitzenweinen, Sonderformaten und attraktiven Preisen – lange bevor die Weine regulär auf den Markt kommen.
Erfahren Sie hier, wie Subskription funktioniert, welche Vorteile sie bietet und warum sie für anspruchsvolle Weinliebhaber besonders interessant ist.
Mehr zur Subskription erfahren