Historie

„Segnitz“ und das „Bremer Weinkolleg“

Die Geschichte des Weinimporthauses A. Segnitz & Co. begann vor knapp 150 Jahren. Der aus Lübeck stammende Weinkaufmann Adolph Segnitz gründete 1859 das gleichnamige Weinkontor in Bremen.

Über den Seeweg wurden insbesondere Weine aus dem Bordelais aber auch Rum aus der Karibik importiert, wodurch eine rasche Expansion des Geschäftes gelang. Die Söhne Hermann & Fritz bauten nach dem Tode des Gründers Adolph Segnitz im Jahre 1874 die Firma in den folgenden Jahrzehnten zu einem der führenden deutschen Weinimporteure aus. Der Wein wurde in großen Fässern importiert (aufgrund der hohen Zollbelastungen auf Flaschenweine), gelagert, ausgebaut und abgefüllt. Durch den wachsenden Erfolg mussten die Kapazitäten ausgebaut werden und so wurde 1887 eine neue, imposante Zentrale gebaut:

Der Löwenhof.

Der Löwenhof wurde in den folgenden Jahren die Basis für die beeindruckende Entwicklung des Geschäftes der Firma Segnitz bis 1918. „Man handelte mit englischen Firmen, versandte Weine von Griechenland direkt nach den skandinavischen Ländern, beliefert Casinos russischer Garderegimenter und Firmen in St. Petersburg, intensivierte das Importgeschäft mit Frankreich, Portugal und Spanien.“ Die so gewachsene Firma Segnitz trug wesentlich dazu bei, dass Deutschland der bei weitem größte Käufer französischer Qualitätsweine wurde.

Durch die Wirren zweier Weltkriege (mit der Enteignung des im Besitz der Familie Segnitz befindlichen Château Chasse-Spleen nach dem ersten Weltkrieg) führte Adolph Segnitz, der Enkel des Gründers, die Firma, bis schließlich noch im August 1944 der Firmensitz völlig zerstört wurde.

Praktisch ohne Vorräte begann Adolph Segnitz zusammen mit seinen Söhnen Adolph jr. und Hermann Segnitz die Firma Segnitz wiederaufzubauen.

Mit hohem Engagement und vor allem den noch immer exzellenten Beziehungen in die Weinerzeugerländer gelang es in den folgenden Jahren, die Firma Segnitz wieder zu alter Größe zu führen.

 

Im Jahre 1970 wurde das Bremer Weinkolleg gegründet.

1971 erschien das erste „Kollegbuch des Weines“. Den Titel „Hommage au Vin“ konnte man wörtlich nehmen, denn Art und Umfang des Kollegbuches waren zur damaligen Zeit sicherlich einmalig in Deutschland.

Den hohen Anspruch, den die Gebrüder Segnitz an das Bremer Weinkolleg stellten, hat Hermann Segnitz im Vorwort zum ersten Kollegbuch folgendermaßen formuliert: „....unser Katalog soll zugleich ein Handbuch der Weinkenntnisse sein, in dem sich manches nachschlagen lässt. Wenn Sie empfinden können, daß hier bewusst auf Werbe-Sprache und -Sprüche verzichtet wurde, haben wir eine Zielsetzung erreicht: Werbung durch sachliche Information. Ehrliche und rückhaltlose Beratung, wie es unser Name verheißt, sollen Sie stets bei uns finden. Welche Fragen Sie auch immer zum unerschöpflichen Thema Wein haben, wenden Sie sich bitte an uns....“ Diese Sätze drücken sehr treffend die Grundeinstellung der Gebrüder Segnitz aus: „Sein, nicht Schein“ - Priorität hat das Produkt, nicht die Werbung. Dieser Philosophie folgend wurden in den Folgejahren eine große Zahl von Kollegbüchern herausgegeben. Schon bald hatte das Bremer Weinkolleg seinen Platz in der Riege der angesehenen Weinfirmen. Die bewährte Kombination von erklärenden Texten und hochwertigem Weinangebot hat viele Menschen in über 40 Jahren zu Weinkennern und –liebhabern gemacht. Mit dem aktuellen „Kollegbuch des Weines 2016 / 2017“ führen wir diese Tradition im Sinne von Adolph & Hermann Segnitz fort.